Macht das Urheberrecht die Kunst besser?

Was Bitte? Ja, ist natürlich korrekt, um diese Frage ansatzweise beantworten zu können, müsste man klären, was ich unter „Kunst“ verstehe und mit „Urheberrecht“ meine.

Unter „Kunst“ in diesem Zusammenhang verstehe ich alle Formate, die konsumiert werden können. Film, Buch, Musik und „Rest“.
Für die Überschrift ist mir kein besseres Wort als Urheberrecht eingefallen, meine aber eigentlich die Wertschöpfungskette der daran beteiligten Industrien, sowie deren Versuche mit der Waffe Urheberrecht ihre Schäfchen (Geld) ins Trockene zu bringen.

Mit dem eigentlichen Gedanken des Urheberrechts kann ich mich voll und ganz anfreunden. Jeder Kunstschaffende sollte auch die Ergebnisse seiner Arbeiten ernten können. Dummerweise verstehen dabei anscheinend die Industrien nur ein Ergebnis, nämlich das Geld. Viel Geld = Kunst gut. Wenig Geld = Kunst schlecht. Das führt dazu, dass Kunst eben nicht mehr als Kunst wahrgenommen wird, sondern zum Beispiel im Bereich Fernsehen und Musik als reine Geldmacherei. Und wer die Zeche bezahlt, bestimmt die Musik.

Mir persönlich allerdings sind mittlerweile Künstler 100 mal lieber, wenn diese Ihre Werke direkt auf Plattformen wie Youtube, Soundcloud oder ähnlichen veröffentlichen (auch wenn Tante GEMA den Künstlern da oft Steine in den Weg legt). Gefällt mir dann das Werk, beschäftige ich mich auch mit diesem Künstler, beteilige mich dann auch gerne am Crowdfunding, oder spende dem Künstler direkt, wenn mir sein Werk sehr gut gefallen hat. Als allerletzte Möglichkeit kaufe ich Werke über Portale wie beatport oder junodownload, oftmals erhalte ich aber die gewünschten Werke mittlerweile von den Künstlern direkt. Einfach dafür, dass man sich „mit Ihnen“ beschäftigt, und auch, weil diese dank Internetzeitalter auch „direkt“ erreichbar sind.

Klar, dass gilt natürlich nicht für Hollywood-Filme, aber die kommen eh am Besten im Kino. Mittlerweile mache ich mir nicht mehr mal die Mühe, diese aus „komischen Quellen“ zu organisieren, sondern warte lieber, bis jemand im Bekanntenkreis den Film als Original hat und ausleiht, oder gehe eben ins Kino.

Das Urheberrecht per se, welches auch davor schützen soll, dass Künstler X sich nicht mit Leistungen von Künstler Y schmückt halte ich für unabdingbar, die Repressalien aber, die ich als zahlender Kunde schlucken muss wegen DRM und Co. haben eigentlich nur eines geschafft: Die von der „Industrie“ genutzten Vertriebswege meiden wo es geht, und den eigenen Werbefilter auf gnadenlos einzustellen :D.

Von daher hat also das Urheberrecht so wie es die Industrie einsetzt mir „die Kunst“ erst einmal ganz böse verleidet, aber darüber bin ich der Industrie gar nicht mehr böse, sondern freue mich dank Internet darüber, dass ich ganz legal mir das raussuche, was mich interessiert … und nicht was die Top 100 sagen, was mich interessieren sollte!

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