Fortschritt oder Rückschritt?

Mit meiner Geburt habe ich richtig Glück gehabt. Zeitpunkt als auch Ort gefallen mir, und mittlerweile würde ich sogar behaupten größtenteils mit dem Leben an sich einigermaßen klar zu kommen. Ich hätte ja auch in einem „dritte Welt Land“ oder vor 500 Jahren geboren werden können.

Aber nein, dass Schicksal meinte es so gut zu mir, dass ich zu einer Zeit in einem Land geboren wurde, wo alles super und perfekt war.

Was? Ihr meint, 1974 war nicht alles super und perfekt? Ja, ok, gut, Amis und Russen spielten Rüstungs-Mau-Mau, Politiker waren damals schon korrupt und Bretton Woods schon Geschichte.

Ist halt immer eine Frage des Standpunktes, oder, mit was man es vergleicht. Wenn ich mich jetzt mit einem Menschen vergleiche, der in Afrika auf die Welt gekommen ist, muss ich sagen ist! alle super und perfekt. Das war wahrscheinlich sogar schon vor 500 Jahren so,  oder wann genau war das doch gleich mit dem Beginn des Sklavenhandels im großen Stil? Nicht so wichtig, mir geht es ja gut.

Aber, die Überschrift lautet ja „Fortschritt oder Rückschritt“. Nur, um das beantworten zu können, müsste man erst einmal für sich selbst beantworten, was man unter Fortschritt versteht, also, was man genau meint. Ich stelle mir diese Frage unter dem Gesichtspunkt der „Humanität“. Also, dem was wir eigentlich sein wollen, uns angeblich vom Tier „erhebt“ als „Krone der Schöpfung“.

Das soll ja der „Verstand“ sein. Der es uns ermöglicht, „anders“ zu sein als „die Tiere“. Problem ist nur, dass sich mit diesem Verstand positives als auch negatives „denken“ lässt. Was dann positiv oder negativ ist, hängt wieder vom Standpunkt und auch dem „Gedachten“ ab. Als große Denker der Geschichte nehme ich unter anderem die Griechen war. Gut, die haben sich damals noch nicht 100% gegen das Sklaventum ausgesprochen, aber viele „Grundgedanken“, die dann von vielen Philosophen weitergedacht wurden stammen aus dieser Zeit. Auch Jesus von Nazareth hat anscheinend viele schlaue Sachen gesagt, und teilweise sogar vorgelebt, auch wenn von dem, was er wirklich gesagt haben soll dank christlicher Kirche nur wenig bzw. gar nix unverfälschtes (bzw. nicht instrumentalisiertes) überliefert sein dürfte.

Nun sind diese Gedanken schon ein etwas Älter, und wenn ich mir das aktuelle Weltgeschehen anschaue, dann würde ich sagen, erleben wir seit der Erfindung des Zinses-Zins nur noch ein Rückschritt. Das liegt leider daran, dass dieses System „per se“ darauf ausgerichtet ist, sich selbst zu zerstören. Man nennt es heut zu Tage einfach „Kapitalismus“. Die eigentlich bessere Idee ist der „Kommunismus“, hat sich aber angeblich nicht durchgesetzt, und ist nach dem Zusammenbruch der UDSSR schlicht nicht mehr zu empfehlen.

Interessant ist dabei allerdings, dass die Rettung der Banken, nichts anderes als Kommunismus ist! Nur leider anders rum. Aber, es ging mir ja eher um so etwas wie „Humanismus“, nicht um vorherrschende Wirtschaftssysteme. Allerdings scheint dies eng mit einander verknüpft zu sein. „Unsere“ Produktivität hat sich seit 1960 vervielfacht. Komischerweise reicht das aber bisher nicht dazu aus, dass wir alle nur noch eine Arbeitswoche von sagen wir einmal acht Stunden hätten. Was mich wundert, warum nehmen wir es als gegeben hin, dass wir immer MEHR! immer viel viel MEHR! produzieren und dienstleisten müssen. Verkauft wird uns dieses „immer mehr“ mit dem Umstand, dass wir sonst nicht „am Markt“ bestehen würde. „Der Markt“ macht dies unabdingbar. Wir wären sonst nicht mehr wettbewerbsfähig. Aber, mit wem genau stehen wir denn im Wettbewerb? Mit anderen Menschen? Selten. Mit anderen Firmen? Häufig öfter. Mit anderen Staaten? Auch sehr oft. Was wäre dann also so schlimm, diesen Wettbewerb „zu verlieren“? Dann wären wir nicht mehr „die Stärkeren“. Aber … seit über 4000 Jahren sind doch diese Ideen wie Humanismus schon geboren. Und, dass ist doch das, was wir alle anstreben sollten. DAS! erhebt uns doch von den Tieren.

Nein. Es gilt immer noch das Recht des Stärkeren! Heute meines Erachtens mehr denn je. Und das finde ich extrem traurig. Weil es für mich bedeutet, dass der ganze tolle „Fortschritt“ ein Rückschritt darstellt! Ja, natürlich sind Erfindungen wie Internet, Telefon, Auto, Flugzeug usw. toll. Aber wozu nutzen wir das? Um den Reichtum weniger zu mehren. Auf Kosten Aller! Und dabei habe ich noch richtig viel Glück, weil ich muss nicht in einer Uranmine arbeiten!

KenFM über: Das Märchen von Mali oder – Inszenierter Terror, um Bodenschätze zu beschaffen


Surviving Progress – Endstation Fortschritt ?

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