Das Problem der Piraten …

… ist … das sie derer viele haben. Ob es mehr Probleme sind, als dies andere Parteien haben wage ich zu bezweifeln. Andere. Das trifft es wahrscheinlich genauer. Und eventuell sind das gar keine Probleme. Ein „Problem“ kann für den Einen eines sein, für den Anderen aber nicht.

Was mich persönlich an den Piraten begeisterte war, zu mindestens hatte ich dies so verstanden, dass eben keine Top-Bottom Politik gefahren werden sollte. Jedes Parteimitglied ist gleich stimmberechtigt, und wie man an den bisherigen Bundesparteitagen gesehen hat (kann man in diesem Channel auf YT auch noch finden: http://www.youtube.com/user/PiratenStreaming) wird von dem Recht seine Meinung einzubringen sehr regen Gebrauch gemacht.

Das dieses … ich möchte es mal Grundcredo nennen … neue Probleme mit sich bringt liegt in der Natur der Sache. Das dann Parteimitglieder enttäuscht sind, dass Ihre Anträge nicht angenommen, oder auf der Zielgeraden noch zerpflückt werden ist auch verständlich.
Aber wer bitte kam denn auf den Gedanken, dass wenn alle gleich Stimmberechtigt sind, ein Antrag in der gleichen Geschwindigkeit beschlossen werden kann, wie bei den etablierten Parteien?
Wer kam auf den Gedanken, auf einem Bundesparteitag es so zu handhaben wie eben „die Etablierten“, der möglichst Einigkeit und Geschlossenheit für die Medien transportieren soll?

Das wiederspricht dem Grundgedanken, so wie ich diesen verstanden hatte. Mit diesem HickHack des Bundesvorstands hatte ich echte Probleme. Köpfe statt Themen … kurzfristig für FORSA und Co. wahrscheinlich auch eine sinnvolle Strategie, aber meiner Meinung nach schlicht nicht mit dem vereinbar, was für mich die Piraten sein sollten.
Eventuell habe ich das auch nur falsch verstanden. Und eventuell ist es logistisch anders tatsächlich nicht möglich, als mit der alt hergebrachten Top-Bottom Politik.

Nur dann sind die Piraten eben eine von vielen Parteien. Ok, sie nutzen das Internet deutlich intensiver als „die Etablierten“, und Aufgrund ihres Gründungszeitpunkt verstehen prozentual deutlich mehr Mitglieder dieser Partei etwas von dem, wenn mal wieder über so etwas wie die Bestands-Daten-Auskunft abgestimmt wird.
Aber reicht mir das dann noch, um meine Zeit und Energie in diese Partei zu investieren?

Ja. Auch wenn ich das mit dem Grundgedanken eventuell falsch verstanden habe, bzw. dieser sehr sehr schwer real umzusetzen ist. Weil nämlich ein mir unbekannter Mensch, der ein Gespräch zwischen einem Arbeitskollegen und mir auf der Heimfahrt im Bus mitbekommen hatte, in dem ich mal wieder über Alles und Jeden wetterte sagte:

„Demokratie lebt vom mitmachen! Einfach sich nur drüber aufregen, aber sich nicht einbringen, wird die Lage nicht verbessern.“

Welcher Partei dieser Mensch angehörte weiß ich nicht. Aber mit dieser Aussage hat er Recht!

Von daher sage ich ja, die Piraten mögen ihre Probleme haben. Aber es ist aktuell die einzige Partei in der ich es mir vorstellen kann, positiv auf die aktuell Lage einzuwirken.