die humanistische Partei Deutschlands …

… gab es wohl schon einmal (HP), allerdings hat die sich recht schnell wieder verkrümelt.

Allerdings sollte es wohl eine Geben. Also … muss ja nicht die HP sein, aber eigentlich könnte man doch eine HPD gründen. Wobei das „D“ in diesem Fall nur wiederspiegeln soll, dass die Partei in Deutschland tätig ist. HPE wäre die Alternative, und 100% korrekt kann eigentlich nur HPdW sein ;).

Aber das ist dann nur im Deutschen verständlich. Achherje … um den richtigen Parteinamen zu finden, müsste es erst einmal eine Sprache geben, die ALLE! Menschen dieser Erde sprechen können … hm … also ein „Soundjingle“ … nicht mitgekommen? Macht nix, Humanismus gilt nun mal für alle Menschen …

Die Bruchrechnung des Tötens

Vielen ist bestimmt schon dieser Werbespot aufgefallen:
http://vimeo.com/72718945
der nun auch einen Preis gewonnen hat:
http://www.zeit.de/kultur/film/2013-09/filmpreis-mercedes-hitler

Aufgrund des Zeitungsartikels postete einer meiner FB-Freunde, dass er diesen Spot super findet, im O-Ton:
„ich find den ja genial … Bilder, Aussage, Auto … einfach nur geil!“.

*Schluck*.

Völlig ohne Frage ist der Werbefilm sehr gelungen. Schnitt, Ton, Perspektive, Story, Idee und sogar „Aufarbeitung“ der eigenen Vergangenheit. „Witze“ über Hitler. So weit so gut. Allerdings enthält er auch eine Aussage, die ich als sehr sehr bedenklich empfinde. Nämlich, dass die gezielte Tötung eines Menschen zukünftiges Leid verhindern könnte. Was im krassen Widerspruch zu meiner Überzeugung „Du sollst nicht töten“ steht.

Die meisten Menschen, denen man „Du sollst nicht töten“ um die Ohren (Augen) haut werden sagen: „Bibel“, oder „10 Gebote“ oder „Religion“. Daher kennen „wir“ dieses „Gebot“. Nun ist aber dieses „Gebot“ sehr stark interpretierbar. Es kann heißen, dass ich keinem Lebewesen auf Erden Leid zufügen darf (hey, hör sofort auf mit Meister Propper den Boden zu wischen … denk doch an die armen Bakterien) oder, man bezieht es „nur“ auf die Tötung anderer Menschen. Ich beziehe es auf Letzterem. Für mich ist dieses Gebot in seinem Sinn aber deutlich älter, als eines der Gebote, die Moses auf Steintafeln vom Berg Sinai runter getragen haben soll.

So ist bereits im Ägyptischen Totenbuch das sogenannten negative Sündenbekenntnis enthalten:
Nicht hab ich bewirkt das Leiden der Menschen,
Noch meinen Verwandten Zwang und Gewalt angetan.
Nicht habe ich das Unrecht an die Stelle des Rechtes gesetzt,
Noch Verkehrs gepflegt mit dem Bösen.“
Das ist aus meiner Sicht sehr wichtig, dass die „Idee“ zu „du sollst nicht töten“ deutlich früher nieder geschrieben wurde, und selbst die Idee eines „göttlichen“ Totengericht nicht erst mit dem Juden oder Christentum entstand!

Das Christentum (oder Judentum) entwickelte diese Gebot dahingehend weiter, dass die „Rechtmäßigkeit“ des „Gebots“ nicht auf „Verwandte“ beschränkt wird. Sondern eben auf „alle“ Menschen anwendbar ist. Interessanterweise findet man auch in anderen „Kulturkreisen“ diese Ideen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Daodejing
http://de.wikipedia.org/wiki/Hinduismus

Daher kann man durchaus schreiben, dass diese Idee, wenn auch nicht in der Formulierung, die in unseren Kulturkreisen Aufgrund der vorherrschenden Religion der letzten 2000 Jahre verwendet wird, über 4000 Jahre alt ist. Des weiteren ist sie meiner Meinung nach NICHT! an EINE! Religion gebunden. Mir ist durchaus Bewusst, dass im Namen des Glaubens schrecklichste Gräueltaten verübt wurden, die diese Idee pervertieren. Dies mindert aber die „Rechtmäßigkeit“ dieser Idee nicht, da diese eben älter ist, als sie von den „Religionen“ missbraucht wurde.

Und was hat das Alles nun mit der Überschrift und dem Eingangs verlinkten Video zu tun?

Ich verwende die Redewendung (oder auch Gebot) „Du sollst nicht töten“ Sinnbildlich für meine Überzeugung, dass kein Mensch über den Tot eines anderen Menschen bestimmen darf!

Konkret meine ich damit, dass ich die Tötung eines Menschen zur akuten Gefahren abwehr tolerieren muss, weil anderen Falls ein anderes „Gesetz“ der Ethik verletzt werden würde:
Jedem steht es frei zu leben, und sich nach seiner Vorstellung zu entfalten,  so lange er Andere damit nicht beeinträchtigt oder behindert, dass Gleiche zu tun.

Ein Kind aber umzubringen, weil es in der Zukunft schlimmste Verbrechen verüben würde ist etwas, was schlicht nicht gehen kann! Wer eine solche Idee toleriert, der toleriert eben auch den Einsatz von Drohnen, um Terroristen „gezielt“ zu töten. Der „Kollateralschaden“, sprich die Menschen die im Umfeld des Terroristen mit umkommt, wird als „notwendiges Übel“ dargestellt. Es ist doch immer besser, wenn nur vier Menschen sterben müssen, um tausende zu retten, die bei einem zukünftigen Anschlag dieses Terroristen umkommen könnten!
FALSCH! FALSCH! FALSCH!

Null Toleranz an diesem Punkt!

Kein Mensch ist „wichtiger“ als der Andere. Kein Mensch „wertvoller“ als der Andere. Eine „Berechnung“ ala: „Opfere Anzahl X Mensch, um Anzahl >X Mensch zu retten“ funktioniert nicht. Weder bei einen Menschen fremdbestimmt zu töten, um die ganze Menschheit zu retten, noch bei zehn Menschen, um die ganze Menschheit zu retten. Menschenleben sind keine Währung! Keine Zahl! Es sind Menschen! Gesetze der Logik/Mathematik sind daher in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht nicht anwendbar. <- Punkt

Vor ca. einem halben Jahr erschoss ein Polizist einen geistig gestörten Menschen in einem Brunnen in Berlin. Ich habe Mitleid mit diesem Polizist. Weil hier ein Mensch einen anderen Menschen töten musste, um sein eigenes Leben zu schützen. Auch wenn ich das Gebot „Du sollst nicht töten“ mit Händen und Klauen verteidige, so verurteile ich den Menschen, der geschossen hat nicht!

Es ist vollkommen korrekt, dass ein Polizist auf eine solche Situation besser vorbereitet sein sollte, so dass er den Aggressor nicht töten muss. Dem Menschen aber, der abgedrückt hat, dem mache ich keinen Vorwurf. Der ist in meinen Augen gestraft genug. Ich bekam bei der Ansicht des Videos nicht den Eindruck, dass er sich über seine Tat gefreut hätte. Sie geschah in Notwehr, auch wenn viele sagen werden, dass kann keine Notwehr für diesen Polizisten gewesen sein, der muss andere Möglichkeiten finden, um den Aggressor auszuschalten. Ja, … sollte er … Muss? Auch ein Polizist ist ein Mensch, und ein Mensch darf sein eigenes Leben immer verteidigen! In einer AKUTEN! Situation.

Das genaue Gegenteil der akuten Situation ist z.b. das geleakte Video der Apache-Crew:
http://youtu.be/nH5vaaarpqk?t=2m47s