Aberglaube …

Laut Wikipedia:
„Die Bezeichnung Aberglaube wird auf Glaubensformen und religiöse Praktiken angewandt, die nicht den eigenen, meistorthodoxen Lehrmeinungen, entsprechen. Er wird im allgemeinen Sprachgebrauch mit Unvernunft und Unwissenschaftlichkeit gleichgesetzt.“

Nun sagt man ja, dass wir im Zeitalter der Aufklärung leben. Und ja, es ist korrekt, der Glaube an so Sachen wie schwarze Katze von links (oder war es rechts?) sind mittlerweile „out“. Allerdings scheinen wir stattdessen an andere Sachen „zu Glauben“.

Zum Beispiel, dass es eine friedliche Nutzung der Atom-Technologie gibt. Oder „der Kapitalismus“ die eierlegende Wollmilchsau, bzw. der Weisheit letzter Schluss ist. Das kann man wunderbar daran erkennen, dass alle Wirtschaftswissenschaftler der UDSSR nach dem Zusammenbruch das genaue Gegenteil von dem verkündeten, was diese all die Jahre zuvor verkündet hatten.

„Unsere“ Wirtschaftswissenschaftler scheinen aber auch kein Wissen mehr zu schaffen. Was bleibt, ist „der Glaube“. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ein System, welches das Zinses-Zins-System unterstützt und fördert der Weisheit letzter Schluss sein soll. Jeder Mathematiker oder Physiker (oder denkender Mensch) kann einem erklären, dass eine Exponentialfunktion „in sich“ eine sehr unschöne Eigenschaften entwickelt, nämlich das mit der Dauer der Anwendung dieser Funktion sich „der Abstand“ vergrößert. Also etwas wird nicht nur „mehr“ sondern es wird immer „mehr mehr“!

Bezogen auf finanziellen Reichtum bedeutet das, dass die, die aktuell „reich“ sind, immer reicher werden müssen, ohne etwas dafür zu tun. Auch wenn mir die Lösungsansätze der „Wissensmanufaktur“ nicht zusagen, so ist doch die Analyse von Herrn Kopp anscheinend nicht falsch. Zu Mindestens kann anscheinend keiner wiederlegen, dass es bei einer Exponentialfunktion den Umstand mit dem immer „mehr mehr“ gibt.

Das bedeutet aber eben auch, dass irgendwer für die Zinslast aufkommen muss. Und das ist eben nicht „nur“ die „Staatsverschuldung“. Je länger die Wertschöpfungskette eines Produktes oder Dienstleistung, um so mehr Zinslast ist im „Endpreis“ enthalten. Also egal ob ich mir ein Fernseher kaufe, oder ein Brötchen beim Bäcker, immer ist im Preis die Zinslast der „Unternehmer“ enthalten. Sonst könnte keiner ein „Gewinn“ machen.

Die Zinslast wird aber auf Grund der Exponentialfunktion (Zines-Zins) immer mehr. Also muss „irgendwer“ immer mehr, oder Qualitativ immer bessere Arbeit leisten. Wenn das nicht mehr geht, kommt es zu einer Krise. Und jetzt soll ich also glauben, dass wenn zum Beispiel die anderen europäischen Länder es so machen wie Deutschland, nämlich immer mehr zu exportieren, dass dies aus der Krise führen soll. Das ist sehr viel verlangt.

Ich soll des weiteren Glauben, dass der Ausstieg aus der Atom-Energie in Deutschland unter Dach und Fach ist. Ich soll auch Glauben, dass das Thema NSA/GHCQ/Snowden „vom Tisch ist“.

Ach ja, stimmt, wir leben im Zeitalter der „Aufklärung“ … wirklich?

http://www.youtube.com/watch?v=7uV1WF_BV-E&feature (Gregor Gisi, Ansprache im Bundestag, 18.11.2013, Edward Snowden Asyl gewähren)
http://www.youtube.com/watch?v=jyfbEPCNgnY (KenFM im Gespräch mit Kazuhiko Kobayashi, japanischer Atomkraftgegner)
http://www.youtube.com/watch?v=DT92Seqk7pw (KenFM im Gespräch mit Holger Strohm, deutscher Atomkraftgegner und Author von http://www.friedlich-in-die-katastrophe.de/)