Revolution

soll es früher einmal gegeben haben.

Also.

Ich meine in wichtigen Gebieten, sprich nicht in der „Technik“.

Es gibt Revolutionen in Herrschaftssystemen, der Wirtschaft, der Sozialordnung eines Staates, in der Technik und der Wissenschaft.[1]

Ich sitze gerade hier, und gehe tief in mich, welche „Revolutionen“ ich mit gemacht habe in meinem Leben, die NICHT! technischer Natur waren … ah, stimmt, der Mauerfall. Stimmt, den habe ich miterlebt, wenn auch nicht mitgeholfen diesen herbeizuführen.

Was? Hat jeder Westdeutsche, weil stand im Grundgesetz? Ja ja … Zitronenfalter falten Zitronen.

Das Brechen des Post-Monopols.
Stimmt, dass habe ich auch miterlebt. Letztendlich ist das aber auch schon sehr techniklastig, wirkte sich aber auch auf die Wirtschaft, die Sozialordnung und die Wissenschaft aus.

Eventuell wirkt sich das sogar zukünftig sogar noch auf den Bereich „Herrschaftssystem“ aus.
Was? Ach so, ok, ja, natürlich.

Richtig, „das Internet“ erlebe ich auch mit.
Das ist doch wirklich „die Revolution“ schlecht hin. Allerdings würden wir hier in Deutschland deutlich weniger davon „haben“, wenn das Post-Monopol damals nicht gebrochen worden wäre. In der Tat halte ich „das Internet“ für eine technische Erfindung, die bereits Revolutionen von Herrschaftssystemen unterstützt hat.

Wenn man es allerdings genau nimmt, hat der arabischen Frühling kein neues Herrschaftssystem hervorgebracht, sondern nur eine bestehende Herrschaft geändert, aber wir wollen mal nicht so sein.
Dabei ist „Neuland“ tatsächlich eine Revolution, und Fr. Dr. Merkel hat mit ihrem Ausspruch in der Tat Recht!

Bis 1840 braucht überall auf der Welt das geschriebene Wort so lange von Punkt A nach Punkt B, wie sich das jeder Mensch vorstellen konnte.
Ja, ok, es gab schon optische Verfahren, Signaltürme und Co.
Hatte man davon genügend konnte man Nachrichten auch schneller übertragen als ein Pferd oder Schiff von Punkt A zu Punkt B braucht. Und für jeden Menschen nutzbar war Morsen nun auch nicht, wie übrigens auch das Internet heutzutage nicht für jeden Menschen nutzbar ist.

Allerdings bin ich so vermessen zu glauben, dass prozentual gesehen in jedem Land auf der Erde mehr Menschen den Zugang zu einem Gerät mit Internetanschluss haben als 1974 Menschen Zugang zum Telex-Netz hatten. Selbst solche Sachen wie das FAX-Gerät ermöglichten nicht „Jedem“ mit „Jedem“ über das geschriebene Wort zu kommunizieren.

Nur was mache ich jetzt, wenn ich zum Beispiel mal mit einem Inuit in Grönland kommunizieren möchte, der gerade außerhalb des inländischen Handynetzes unterwegs ist, ob er auch ständig Plastik-Müll auf seinen Fahrten sieht? Also, vorausgesetzt man findet eine gemeinsame Sprache in der man sich verständigen könnte?

Genau.

Nix.

Erstens interessiert es mich tatsächlich, ob da auch schon Plastik-Zeug rumschwimmt, zweitens kommuniziere ich sehr gern. Vor allem mit Menschen mir wenig bekannter Kulturkreise.
Warum schreibe ich jetzt nicht einfach mal ne englischsprachige E-Mail an irgend einen Betreiber einer Grönländischen Webseite? … z.b. Anbieter von Ferienhäusern. Die kennen doch bestimmt einen Inuit, der ab und an „im Netz“ ist, aber eben auch noch mit seinem Kajak Robben jagen geht.

a: Weil man „so was“ schlicht nicht macht.
b: Ja, aber Warum?
a: Weil man so erzogen wurde.
b: Aber zum Zeitpunkt meiner Erziehung gab es das Internet doch noch gar nicht.
a: Hm …

Auch wenn Vieles, was „Mutti“ so von sich gibt, in meinen Augen nur gequirlten Sprach-Dampf darstellt, so hat sie mit „Neuland“ den Nagel wirklich auf den Kopf getroffen!

Zur Zeiten Ihrer Erziehung, wo man unter anderem lernt, wie man auf Menschen zugeht, mit wem man redet  und mit wem man das besser unterlässt, gab es diese Technik schlicht noch gar nicht!

Und auch „das Internet“ wird keine Revolution der bestehenden Herrschaftssysteme herbeiführen.

Aber es könnte dazu genutzt werden, dass alle Menschen auf Erden sich verstehen können. Was man versteht, kann man nicht hassen.

Man stelle sich vor … Frieden auf Erden … und „Herrschen“ wird echt nur noch ein langweiliger Job sein!

 

Beschreibung eines Kontinents der gewollten Ungleichheiten
Über Peter Mertens Kritik des neoliberalen Europas.