The Show must go on …

… oder, die Maske kommt zu erst.

Jo, ist lange her, dass ich über meine Krankheit geschrieben habe. Ne, bin aktuell leider nicht gesund. Wäre schön. Aber ich glaube immer noch daran, dass wird wieder.

Aktuell bin ich seit dem 14.01.2015 wieder in der Tagesklinik in Freising. Nach langem Ping-Pong (Arbeiten / Krankgeschrieben) Aufgrund Depression, mit wechselnder Medikamentation hatte ich im Dezember entschieden, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Und dabei hatte ich noch „Glück“ das ich „jetzt schon“ dort einen Platz habe, normalerweise hätte ich den erst im Februar erhalten.

Aber mir ging es ja Eingangs um die Maske. Die Maske, die man aufrecht erhält um ja keinen sehen zu lassen, wie es einem wirklich geht. Obwohl ich nun schon so lange Erfahrung mit „dieser“ Art von Erkrankungen habe, muss auch ich wieder feststellen, dass ich immer noch den Fehler begehe, die Maske als allererstes wieder zu aktivieren.

Blohs sich selbst gegenüber nicht eingestehen, dass aktuell alles nicht so toll ist, und auf gar keinen Fall seinem Gegenüber merken lassen, wie dreckig es einem geht. Keine Schwäche zeigen. Indianer kennt kein Schmerz!

Aktuell arbeite ich tatsächlich daran, diese Maske (immer lächeln und winken Männer, lächeln und winken) mir selbst gegenüber abzubauen. Eventuell schaffe ich es ja dann auch mal nach außen zu zeigen, wie es mir geht … und es nicht ständig zu überspielen.

Inside my heart is breaking,
My  make-up may be flaking,
But my smile, still, stays on!

Group «Queen» – «The show must go on» [official video]

Das Instrument des Terrors

Tote in Paris. Nach einem Anschlag. Angeblich religiös begründet von den Attentätern. Fragen kann man die Attentäter nicht mehr. Angeblich gehörten die Attentäter dem islamischen Glauben an.

Soweit aus meiner Sicht „die Fakten“. Die von mir wargenommene „Wahrheit“.

Ich könnte jetzt unzählige Statistiken bemühen, um aufzuzeigen, dass an anderen Orten der Welt an diesem Tag viel mehr Menschen gestorben sind. Sehr wahscheinlich sogar dann, wenn man sich nur auf die durch andere Menschen herbeigeführte Tötungen beschränkt, sprich Hunger und Krankheiten ausklammert.

Boko Haram und Nigeria ist zum Beispiel heute wieder von der SPON Titelseite verschwunden, dabei haben dort radikale, angeblich dem muslimischen Glauben angehörige, über 2000 Menschen massakriert … die übrigens ebenfalls größtenteils muslimischen Glaubens gewesen sein sollen.

Das mediale Echo , welches das Attentat in Paris ausgelöst hat, ist unbeschreiblich. Es ist, zumindestens nehme ich das so wahr, vielfach größer als bei Amokläufen an US-Amerikanischen Schulen oder dem Amoklauf von Breivik (Oslo, Utøya 2011), Beim Letzten sind übrigens deutlich mehr Menschen umgekommen (77), nur waren das größtenteils Schüler und keine Autoren die „für“ etwas standen.

Natürlich macht dies den Anschlag in Paris nicht „besser“, oder weniger verabscheuungswürdig.

Ich stelle mir dann allerdings schon die Frage, warum diesem dann so viel Bedeutung beigemessen wird. Warum wird überall eine „Front“ gezeichnet? Nämlich die Front „wir“ gegen „die“. Die Front: „der aufgeklärte Westen“ gegen den „radikalen Islam“. Warum ist es nicht eine Front „wir“ gegen „die drei“, bzw. vier, angeblich weibliche Komplizin?

Bei Breivik war es doch auch „nur“ wir gegen den einen Durchgeknallten.

Warum wird dieser Anschlag unmittelbar dafür instrumentalisiert mehr Überwachung und andere Maßnahmen zu fordern? Warum bekomme ich das Gefühl das hier wieder versucht wird Boden gut zu machen für die Menschen, die möchten, das man Errungenschaften der Demokratie mit den Mitteln der Diktatur verteidigt?

Weil auf dem Instrument des Terrors gespielt wurde. Der Angst!

P.S: Ja mir ist bewusst, dass ich den Anschlag in Paris auch für meine Ziele instrumentalisiere, in dem ich diesen Artikel geschrieben habe. Jetzt müsst ihr mir nur noch glauben, dass meine Ziele „die Richtigen“ sind, und ich zu „den Guten“ gehöre.