Ein BNG macht noch keinen Sommer …

… wobei das Wetter gestern ja schon richtig gut war. Also ich konnte in der Raucherpause mit T-Shirt draußen stehen. Tut mir jedenfalls besser als dieses Tiefkühl kalt. Wobei ich den Wechsel extrem krass fand. Glaube 30°C innerhalb von zwei Tage. -15°c -> 18°C … gefühlt also aus dem Schockbecken in die Sauna.

Oh, sorry, voll out of Thema 😉

Nachdem ich in meinem letzten Beitrag ja auch viel über Vodafone geschimpft habe, ist der Emopart erst einmal befriedigt, und setzt das analytische Denken wieder ein. Hatte gestern noch mal ein Gespräch mit der Vodafone-Hotline, und vieles ist mir jetzt klarer, warum und wieso das „so komisch“ ablief. Dazu gibt es aber noch einmal einen gesonderten Beitrag. In diesem Beitrag möchte ich mich mit „BNG“ beschäftigen. Wer ist das, woher kommt er, und vor allem, bleibt er länger?

Wer zu BNG die alte Dame Wikipedia fragt erhält folgende Antwort:
https://de.wikipedia.org/wiki/Breitband-Zugangsserver

Aha. BNG spielt also in ner BRAS-Band. BNG -> Broadband Network Gateways scheint auch der „geläufigere“ Begriff zu sein. Ich bleibe „der Einfachheit“ bei BNG, AVM sagt dazu:
Kunden der Deutschen Telekom mit FRITZ!Box bestens für neue BNG-Anschlüsse gerüstet

Ja … und was ist mit Kunden anderer Zugangsanbieter? Also, Vodafone, 1und1, Alice, O-Halbe? Das Gleiche!

Die tun diese Leitung ja weiterverkaufen, sind also sogenannte Reseller in den Augen von Big-Magenta. Deswegen gibt es auch viel Stress. politisch, wirtschaftlich … heise.de beackert das recht übersichtlich:
VDSL-Turbo Vectoring: Beirat der Bundesnetzagentur sieht Nachbesserungsbedarf

Dort dann auch ruhig mal runter scrollen, und die weiteren News zum Thema lesen. Zusammenfassend für mich: BNG, VDSL, Glasfaser, Vectoring, TAL, Hauptverteiler.

Nun bin ich, was DSL angeht echt alter Hase, hatte in Berlin 1999 den Pilot-Ausbau mitgemacht, VDSL ist aber auch für mich neu. Auch wenn ich seit April letzten Jahres schon eine VDSL-Leitung habe. Aber da scheint es entscheidende Unterschiede zu geben. Also für mich, als Endkunden.

Das interessanteste für mich, VDSL hat wohl kein Saft mehr auf der Leitung. Ja. Richtig. Nix mehr Strom. Für ab und an technisch Voll-Verpeilte wie mich schon mal sehr gut. In Berlin hatte ich nämlich mal so ne ISDN-DSL-Leitung im Gesicht, als ich unser neues Büro verkabelte. Also … beide Drähte auf der Zunge. Warum und Wieso? Andere Geschichte, nur Eines: Noch nie in meinem Leben war es kurzzeitig so hell … und ich drei Meter weg von der DSL-Dose. Voll eine gewischt bekommen. Auf so ner ISDN-DSL-Leitung hängen nämlich locker 70 Volt. Auf VDSL … 0 Volt. Wie das physikalisch funktioniert muss ich noch mal nachlesen. Beruhigt mich auf jeden Fall :D.

Nun wird hier in Freising seit Ende 2012 Glasfussel angeboten. Habe sogar so nen Kästchen dafür hier in der Wohnung, sieht man ja in meinem ersten Video. 2015 scheint die Telekom dann auch die DSLAMs damit angebunden zu haben. Macht ja Sinn. Jetzt weiß ich wenigstens, warum die Straße mehrfach aufgerissen war. Äh, ja, auch noch mal Thema für nen eigenen Beitrag.

Aus diesem Grund konnte mir Vodafone 2015 statt der 16 MBit DSL über ISDN-Leitung 25 Mbit VDSL über … ja … über … das Kupferkabel was früher das ISDN-Signal … hm … na über die gleiche Leitung VDSL anbieten. Das funktionierte auch wunderbar mit der Easybox 904.

Im Oktober 2015 waren aber mal wieder Menschen an meiner DSLAM zu Gange. Wippenhauser Str. 24. An die hatte man sich ja schon gewöhnt. Also, seit Ende 2012 waren die Jungs ständig in der Stadt an irgendwelchen grauen Kästen und schraubten und werkelten.

Auf einmal hatte ich eine andere Bandbreite. Im Routermenü der Easybox sieht man ja, mit wieviel die Box nach draußen synct. Und da standen dann ab 06.11.2015 (evtl. auch bisschen früher) 100 Mbit!

Wieso, Weshalb, Warum? Kann ich nur vermuten. Eine These ist, dass mit der neuen Technik jeder Teilnehmer der auf einem solchen Hauptverteiler angeschlossen ist, die gleiche Bandbreite bekommen muss. Eine getrennte Steuerung der technischen Bandbreite ist nicht mehr möglich. Die Drosselung auf das vertraglich gebuchte Produkt erfolgt dann Softwaretechnisch.

Soweit so gut. Oder eben Schlecht. Weil es scheint so zu sein, dass die Easybox 904 mit ner 50 Mbit VDSL Leitung keine Probleme hat, mit ner 100 MBit VDSL Leitung unter bestimmten Voraussetzungen schon. Welche Voraussetzungen das genau sind? Sehr gute Frage. Ich glaube das wissen aktuell nicht einmal Telekom und Vodafone. Oder wenn, dann nur sehr wenige Menschen dort.

Das ist aber fatal. Besonders fatal für die armen Menschen, die im telefonischen Support von Vodafone arbeiten müssen! Noch schlimmer wird es, wenn Big-Magenta technisch umbaut, und seinen Resellern nicht sagt: Hey, wir haben da mal was gemacht.

Damit erklärt sich dann nämlich, warum mein Anbieter von der Tatsache, dass ich jetzt auf einer BNG-Leitung hänge, noch gar nichts wusste. Damit erklärt sich eben auch, warum es zwei Profile gibt, für meinen DSL-Port. Einen von meinem Anbieter gemeldeten … und vermutlich einen von der Telekom angelegten, weil ich sonst über die neue DSLAM gar nicht mehr versorgt hätte werden können (alle Teilnehmer gleiche technische Bandbreite).

Ich als Vodafone würde jetzt Big-Magenta richtig Stress machen. Aber mit denen kann man es sich ja auch nicht total verscherzen, sind die ja aktuell am längeren Hebel (siehe Bundesnetzagentur).

Vor allem würde ich als Vodafone jetzt aber allen acht Standorten diese Informationen zukommen lassen. Denn soweit mir bekannt, haben mehrere Vodafone-Kunden, die über die Wippenhauser Str. 24 angeschlossen sind, genau die gleichen Probleme, wie ich sie 2 1/2 Monate hatte.

Eventuell bekommt man sogar die Easybox 904 kompatibel zu diesen neuen Leitungen. Aber 100% nicht mit der aktuellen Firmware 03.17.01.16. Warum und Wieso? Keine Ahnung. Ich kann nur feststellen, mit der Fritzbox 7490 geht es, mit der Easybox nicht.

Gerne darf sich nen Entwickler für die Software der Easybox bei mir melden. Ich hätte hier ne Leitung, an der er testen kann :D.

Auf diesem Wege auch noch einmal sorry an alle Vodafone-Call-Center-Mitarbeiter, denen ich zu sehr auf die Füße gestiegen bin. War nicht persönlich gemeint. Indianer-Ehrenwort!

 

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