Im Zweifel Links

So wurde ich nun mal erzogen. Ja, ich bin in einem SPD-Umfeld groß geworden. Also diese SPD von 1974 – 1989. Als ich das erste mal wählen durfte, machte ich dort auch mein Kreuz.

Zwischendurch einmal waren es die Grünen, aber ansonsten, bei jeder Bundestagswahl, klar, SPD. Warum da dieser Lafontaine ausgetreten war, und dann auch noch zur PDS (jaja, WASG -> PDS -> Die Linkspartei) ging, mir damals unerklärlich.

12 Jahre später dürfte das eigentlich jedem klar sein. Ich halte die SPD mittlerweile, verglichen mit den Positionen aus den Jahren 1980 – 1990 für eine rot angemalte CDU mit ganz viel FDP. Eventuell etwas überspitzt dargestellt, aber so lange die Jungs dort nicht eine klare Abwendung von dem formulieren, was Schröder damals verbockte, meiner Meinung nach treffend.

Lafontaine ging nach seiner Aussage unter Anderem auch wegen der Abkehr von sozialdemokratischen Grundwerten und Hinwendung zum Neoliberalismus.

Die Agenda 2010 hat nicht nur „uns“ einen Bärendienst erwiesen, sondern ist zusammen mit der Währungsunion einer der Hauptgründe für das extreme Import/Export-Gefälle Deutschlands. Dank der Währungsunion können die „schwächeren“ Länder nun nicht einmal mehr ihre Währung abwerten, sondern müssen ihr Tafelsilber verkloppen, und sich von uns als „faule Griechen“ beschimpfen lassen.

Die Positionen, die damals dazu führten, dass ich die SPD als „die richtige“ Partei wahrnahm, finde ich jetzt nur noch bei „DIE LINKE“.

Und so freut es mich diebisch, dass trotz dem Getöse aus dem Blätterwald, dass DIE LINKE sich „regierungsfähig“, „koalitionsfähig“ etc. machen müsse, auf dem Parteitag vorgestern und gestern deutlich die Dinge klar gestellt wurden, warum ich diese Partei wählen werde.

Koalitionsfähig kann ich mich NACH! einer Wahl machen. Das nennt sich dann Koalitionsverhandlungen. Bis dahin hat man als Partei eine Position zu vertreten!

Zu den sozialpolitischen Themen empfehle ich, sich auf Youtube einfach mal „Die Anstalt“, „Mann, Sieber“ oder auch die „heute Show“ anzutun. Wer dann noch der Meinung ist, dass HartzIV bleiben soll, dass nicht gegengesteuert werden MUSS bei der aktuellen Verteilung von arbeitend zu reich … ja, der soll weiterhin diesen Einheitsbrei CDU/FDP/SPD/Grüne wählen.

Und wer glaubt, dass dieses vorsichtige links blinken der SPD nach einer Wahl noch Bestand haben könnte, der sei noch einmal daran erinnert: Die SPD ist schon vor der Wahl Regierungs- und Koalitionsfähig.

[Update 12.06.2017 – 08:15]
Und schon rauscht es entsprechend in den Kommentarspalten des Blätterwalds. DIE LINKE hätte sich abgewendet von der SPD, wolle nicht regieren, wäre dafür unfit und hätte utopische Vorstellungen (NATO) usw. usw.:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-und-linke-game-over-kommentar-a-1151609.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article165433127/Die-Schizophrenie-der-Linkspartei.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/linkspartei-wohlfuehlen-im-off-1.3541447

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-06/sahra-wagenknecht-parteitag-bundestagswahl-wahlkampf-martin-schulz

[Update 12.06.2017 – 19:15]
Oh, sehr schön auch hier zusammen gefasst:
http://www.neulandrebellen.de/2017/06/die-linke-ist-nicht-regierungsfaehig-na-das-wollen-wir-doch-hoffen/

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