Medikamentenkunde oder die manische Phase

Im Gegensatz zur depressiven Phase ist die manische nur schwer Therapeutisch behandelbar. Oft steckt man schon so „tief“ drin in der Manie, so dass eine medikamentöse Behandlung zwingend notwendig wird.

Die Medikamente, die dann zum Einsatz kommen haben leider auch schwere Nebenwirkungen, die die Grundlage bilden, wenn Psychiatrien in Filmen oder Serien gezeigt werden.

Meine aktuelle manische Phase scheint erfolgreich eingefangen worden zu sein, und obwohl ich fast unmittelbar reagiert habe, als ich sie diesmal bei mir bemerkte, musste ich auch wieder auf diese Medikamente zurück greifen.

Im Einzelnen sind das

Levomepromazin ist für mich der böseste von den dreien, aber unerreichbar, wenn es darum geht, eine lange Wachphase einmal zu durchbrechen. Mit der „richtigen“ Dosis schläft man 36 Stunden durch. Da es so böse ist, hat der ehemalige Chefarzt der KBO, Professor Dr. Dose, es hier verbieten lassen, und wird nur auf ausdrücklichen Patientenwunsch angesetzt und bestellt.

Haloperidol ist trotz seiner Nebenwirkungen für mich das Mittel der Wahl, wenn es darum geht schnell wieder aus der manischen Phase raus zu kommen. Benperidol wäre zwar noch wirksamer, wird hier in der Klinik aber aus ähnlichen Gründen wie beim Levomepromazin nur sehr sehr selten eingesetzt. Ich hatte diesmal versucht Haloperidol ambulant zu nutzen, da ich aber auf acht mg hochdosieren musste, wurde mir ein stationärer Aufenthalt nahe gelegt.

Das Biperidin letztendlich ist gegen die Nebenwirkungen vom Haloperidol, die sich bei mir in starker motorischer Unruhe und Sitzunruhe bemerkbar machen.

Mittlerweile bin ich auf zwei mg Haloperidol runter, und werde heute in der Chefarztvisite darum bitte mit dem Haloperidol ganz raus zu gehen, und statt dessen wieder Quetiapin anzusetzen, so das ich vom Biperidin weg komme.

Zuletzt möchte ich noch etwas zu Akutmedikamenten und Phasenprophylaxe schreiben. Die bisher genannten Medikamente werden als sogenannte Akutmedikamente verwendet, wobei sich Queteapin und Haloperidol auch zu Phasenprophylaxe eigenen. Dies wird aber nur in seltenen Fällen genutzt, da es eben für die Prophylaxe nebenwirkunsärmere Präparate gibt.

Das wohl bekannteste dürfte Lithium sein, welches auch bei mir super funktioniert, Aufgrund der bei mir massiv auftretenden Gewichtszunahme leider keine Option mehr für mich ist. Bei mir funktioniert Carbamazepin am Besten, dass kann ich nach nun über 24 Jahren Erfahrung mit meiner bipolaren Störung schreiben. Carbamazepin hat nur den Nachteil, dass es sehr stark in den Enzym-Haushalt eingreift. Damit ist die Dosierung aller anderen Medikamente sehr schwer, weswegen es ungerne verwendet wird.

Eine akute manische Phase nur mit Phasenprophylaxen einzufangen mag möglich sein, ist aber deutlich zeitintensiver, als die gleichzeitige Nutzung von Akutmedikamenten, und Aufgrund der Dauer, ich würde bei mir ca. vier Monate schätzen, für mich keine Option.

[Update 10.04.2019]
Nun kommt noch etwas Neues hinzu
Ziprasidon
Sediert mich ähnlich wie das Queteapin, bringt aber zusätzlich noch den „roten Faden“ vom Perazin mit und soll weniger stark gewichtssteigernd wirken als Taxilan oder Seroquel.

Gesund bleiben

Seit Montag letzter Woche geht es mir endlich wieder gut. Diesmal war es eine Depri-Phase seit Oktober letzten Jahres … keinen Bock mehr auf krank sein.

Daher schaue ich jetzt drauf, dass ich gesund bleibe, weil ich kann nicht mehr. Weder ne manische oder ne depressive Phase mehr gebrauchen.

Muss ich jetzt fliehen?

Zugegeben.
Zum aktuellen Zeitpunkt wäre das vermutlich übereilt, überhastet.
Man kann ja erst einmal abwarten.

Aber beschäftigen tut mich das als Betroffener schon. Was genau? Na Polizeiaufgabengesetz und das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz. Als Videokommentar hier gut zusammengefasst:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/prantls-politik-die-csu-im-sicherheitsrausch-1.3956327

Meine Befürchtung ist, dass die Gesetze zwar vor der Ratifizierung noch angepasst werden, dass eigentliche Problem aber, dass zukünftig psychisch kranke generell rechtlich anders behandelt werden als „normale“ kranke … das, so befürchte ich wird sich nicht ändern.

Und auch die Übergriffe auf das Grundgesetz, die mit dem Polizeiaufgabengesetz einhergehen werden eventuell abgeschwächt, dass Grundproblem aber, Abbau von Grundrechten zugunsten der gefühlten Sicherheit, dieses Geistes Kinde wird wohl Bestand haben.

P.S: Als Symbol würde sich ja

anbieten, was ich mir dann auf die Jacke sticken darf …

[Update 24.04.2018]
Teilweises zurück rudern …
http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-staatsregierung-entschaerft-umstrittenes-psychiatriegesetz-1.3956804

Gesund …

… werden wir langsam.
Ja … aber das erzählst doch seit fünf Jahren ….
Korrekt, allerdings wird es mit meiner Erkrankung ein Gesund wie bei einem gebrochenen Bein nicht geben. Ich kann nur versuchen so gut wie Möglich mit der Krankheit zu leben.

Aktuell habe ich mal wieder eine medikamentöse Umstellung, scheint aber gut zu funktionieren, doch, der Reihe nach.

Im Oktober letzten Jahres machten sich Schmerzen im linken Oberschenkel bemerkbar. Und zwar so penetrant, dass ich davon Nachts aufwachte. Als erstes war ich damit beim Hausarzt, dort wurde ein Doppler gemacht um arterielle Probleme auszuschließen. Ohne Befund, daher wurde ich zum Neurologen überwiesen.

Leider suchte ich mir da einen aus, der diagnostisch der absolute Reinfall war. Zwar diagnostizierte er die Erkrankung wohl zu 100% korrekt (Ischialgie), als Behandlung kam für ihn aber nur ein Medikament in Frage.
Leider habe ich aber genau das nicht vertragen (Pregabaling -> Depression), so das ich es nach einer Woche wieder absetzen musste. Die Lösung des Neurologen: nehmen se Schmerzmittel. Mittlerweile war November, und ich gut genervt.

Mein Psychiater gab mir den Tip, es noch mit Vitamin B/B12 zu propieren, damit wurde es dann auch deutlich besser, aber es ging nie wieder ganz weg.

Durch den im Dezember zugelegten Hund bewegte ich mich deutlich mehr und nahm nach Weihnachten innerhalb von zwei, drei Woche zehn Kilo ab. Dummerweise wurden damit aber auch die Schmerzen wieder richtig böse akut.

Lösung des Neurologen: Schmerzmittel. Selbst auf meine Nachfrage, ob man denn eventuell physiotherapeutisch was machen könne: Nö, ist bei der Indikation nicht indiziert…

Nun bin ich zwar Aufgrund meiner Grunderkrankung kein Pillenverweigerer, aber ständig Schmerzmittel ist mir dann doch zu viel (IBU, Declofenac, Novalgin, Tramadol, Tilidin). Vor allem die letzten beiden sind Opiate, die mit meiner Bipolaren-Störung perfekt harmonisieren (Ironie off).

Daher setzte ich dann eigenmächtig Anfang Januar meine Phasenprophylaxe, Carbamazepin ab. Dummerweise knallte es im Februar auf der psychischen Seite nochmal richtig, daher brauchte ich eine neue Phasenprophylaxe.

Und die scheint nun nach einem Fehlversuch mit Aripriprazol nun doch noch gefunden worden zu sein … Lithium

Auch wenn ich aktuell noch in der Einstellungsphase bin, gehe ich nächste Woche wieder arbeiten. Hat mir eh schon wieder alles viel zu lange gedauert.

Mukke …

mach ich schon mein ganzes Leben lang. Ja, gut, ok, seit ich 12 bin. C64/Amiga 500, D.O.C. Soundtracker, Ultimate Soundtracker.

Mit 18 hatte ich mit nem Kumpel auch nen kleines Hardwarestudio.
Dank der intensiven Nutzung freizeitpharmazeutischer Produkte durch mich und dem daraus resultierenden Nervenklinikaufenthalt kam da nix vorzeigbares bei raus, frei nach dem Motto:

Zum Glück konnte sich mein Kumpel da sehr wohl noch daran erinnern. Es gibt da wohl auch noch DATs, wo durchaus vernünftiges Material drauf ist :D.

[Update 06.04.2018]
Oh … da ist ja wirklich vernünftiges Material dabei. Wenn ich die Stücke höre kann ich mich auch Bruchstückhaft erinnern, aber seeeeehr nebelig. Wird aber 100% nen Release … „Lost Memories“ wäre passend.
[/Update]

Dank immer leistungsfäherigen Computer kann man heutzutage alles im PC machen, auch wenn die Bedienbarkeit manchmal etwas hakelig ist. Hardwarecontroler machen es möglich.

Ich habe auf den verschiedensten Plattformen veröffentlicht, damit ich die Links nicht vergesse, sammel ich die hier mal:

https://myspace.com/acidsaris/music/songs


https://www.youtube.com/channel/UC67qnE4MbnHSSkEwcEEiFdQ

https://allihoopa.com/Saris

[Update 07.04.2018]
Tja, was soll ich sagen, der alte Kram hat mich doch heute Morgen dann glatt zu dem hier inspiriert.

[Update 12.04.2018]
Lange überlegt was ich mit dem Stück aus dem Jahr 1995 mache. Leider ist die erste Fläche zu prägnant vorne. Das Ergebnis hier ist stark mittels EQ bei 100 + 115 Hz abgesenkt.

… der Frühling kommt …

Auch wenn es die aktuellen Temperaturen noch nicht wiedergeben … der Frühling naht … heute Morgen beim Rauchen auf dem Balkon war er wieder da. Unser Buntspecht.

Schon interessant, wie so ein kleines Viech so nen Radau machen kann :D.

Hier noch ein Foto vom letzten Jahr:

Good things happen …

Tzs. Wenn ich das früher gewusst hätte.

Eigentlich im Nachhinein kein Wunder, dass es mir mit Hund jeden Tag besser geht. Immerhin bin ich mit Hund aufgewachsen. Von 0 – 14 Jahren.

Dieser emotionale Reset, mit dem spazieren zu gehen, lässt mich die „bad vibes“ die man im täglichen Leben und eventuell auf Arbeit mitbekommt komplett vergessen. Das perfekte „Gegengewicht“.

Statt mich aber nun zu ärgern, dass ich das nicht schon früher gemacht habe (Hund zulegen), erlaube ich mir aktuell einfach das Sein zu genießen.

Welchen Impact das Viech aber für mich im täglichen Leben hat, auch wenn er aktuell noch nicht auf Arbeit mit dabei ist, versetzt mich immer wieder ins glückliche Staunen.

Auto, Ampel, Bumm – Hund Wuff

Ich glaube jetzt kann ich nachvollziehen, wie sich so nen Reh fühlt, wenn ein Auto darauf zu fährt …

Gestern Abend gehe ich wie üblich von unserem Parkplatz nach links mit dem Hund, damit er seine Verdauungsendprodukte los werden kann. Wie üblich ist die Ecke Wippenhauser / Ferdinand-Zwack-Str der favorisierte Transferplatz (Hund -> Bürgersteig -> Kotbeutel).

Beim mich wieder aufrichten nehme ich eine Bewegung gegenüber war. Da steht nen Auto oben am Hang in der Haydstr. links auf dem Bürgersteig, Parklicht links an … also … nun steht es da nicht mehr … den Beutel zuknotend denke ich mir: Also … so langsam müsste der mal blinken wenn er auf die Straße will … hm, ok, vielleicht bringt er nur was an das Haus an der Ecke … warum bremst der denn nicht … WRUMS, SCHEPPER, Ampel down, Hund panisch am rumspringen …

Der nächste Wagen, der auf der Wippenhauser kommt bremst, schaltet Warnblinker an, zwei steigen aus, und schauen sich das aus nächster Nähe an. Ja, keine Panik Leute, da ist eh keiner drin … die Besitzer des auf die Ampel aufgefahrenen Autos kommen mitlerweile auch vom Hang runter gelaufen. Weiterhin den Beutel zuknotend (den hatte ich aus irgend nem Grund zwischenzeitlich vergessen), denke ich mir: Gut das da ne Ampel steht, die das Auto gebremst hat. Der wäre ja sonst ungebremst über die Kreuzung, und dann hier eingeschlagen. Der hätte ja voll nen Fußgänger an die Wand quetschen können. Eventuell sogar einen, der gerade einen Kotbeutel zuknotet … oh …