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Freising vs. Taufkirchen

Was war das diesmal für ein Trip!

Rückblickend bin ich seit August 2019 mal wieder in eine depressive Phase abgerutscht ohne es zu merken. Ein leicht mulmiges Gefühl hatte ich schon, und zur Vorsorge, also damit ich nicht wieder schwer erkranke, hatte ich auch meinen Job gekündigt.
Leider hatte ich mir kein Alternativ-Programm vorgenommen, und so gammelte ich in meinem Zimmer vor Netflix und schaute Serien … Deep Space Nine von Staffel 1 – Episode 1 bis Staffel 9 Folge 26 …

Am 09.10.2019 war es dann so weit, ich ließ mich wieder teilstationär in der Tagesklinik Freising, Gute Änger 13 aufnehmen. Im Nachhinein ein Fehler, ich hätte gleich nach Taufkirchen fahren sollen.

Seit 2014 hatte ich vier Aufenthalte in der Tagesklinik, und es wurde mir auch immer sehr gut geholfen. 2019 aber war ein Desaster.

Nicht nur das ständig Therapien Aufgrund mangelnder Personaldecke ausgefallen sind, auch mein Therapeut war … formulieren wir es höflich, suboptimal für mich.

Auch medikamentös ging es voll nach hinten los, die Medikamente (Sertralin, Dominal, Abilify, Ziprasidon) machten nicht das was sie sollten, und dann wurde auch noch das Ziprasidon abgesetzt, obwohl es ein Neuroleptikum mit leicht antidepressiver Wirkung ist. Was ich bis heute nicht verstehen kann ist das warum. Man muss sich vorstellen … ich wurde von den Ärzten in der Tagesklink gefragt, warum denn nun bitte von Taufkirchen Ziprasidon angesetzt worden war. Dank meiner depressiven Phase wusste ich keine Antwort darauf, und die Ärztin, Fr. Dr. Apelt, anzurufen, auf die Idee kam auch keiner.

So nahm die Krankheit ihren Lauf, es wurde immer schlimmer, und letztendlich war ich in der Küche der Tagesklink eine Woche vor Weihnachten allein, da die Mitpatienten alle entlassen worden waren. Oberärtztin und Therapeut bekamen das sogar mit, weil in der Küche steht der Wasserspender … aber als Reaktion kam nur ein: „jetzt sind Sie von allen verlassen, nicht wahr“. Wenn man unfair sein möchte, könnte man das schon als unterlassene Hilfeleistung anprangern.

Richtig schlimm wurde es dann ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, die ich daheim, im Bett heulend unter der Decke verbrachte. Am 15.01.2020 dann wurde mir nahegelegt, dass ich es doch einmal wieder in Taufkirchen versuchen sollte. Glücklicherweise ließ ich mich diesmal darauf ein.

Den Kommentar der Oberärtztin, Fr. Dr. Apelt zu meiner aktuellen Medikamentation werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen, O-Ton: „Was ist das denn für ein Schwachsinn“.

So wurde alles über den Haufen geworfen, und ich bekam statt Abilify + Sertralin das Saroten und Valproat. Zwei Wochen später war der Depri weg!

Bis zum 06.03.2020 wurde ich dann weiter stabilisiert, da es gleich wieder in die manische Richtung abdriftete.

Am 09.30.2020 war ich dann in der Ambulanz der Tagesklinik, um mir eine fortlaufende Krankschreibung als auch Rezepte für die aktuelle Medikamentation zu holen.

Statt zwei Assistentsärzten + Oberarzt + Ambulanzarzt war doch tatsächlich … eine ganze Ärztin da. An einem Montag, wo eh der Hangover von Wochenende abgearbeitet werden muss.

Und statt mir kommentarlos die Rezepte auszustellen wurde die Medikamentation aus Taufkirchen in Frage gestellt … auch war die Ärtztin der Meinung das ein Schlaf von 18:30 bis 03:00 in der Früh nicht ausreichend sei … ihrer Meinung nach „nicht gut“ weil ich viel zu früh wach wäre …
Solche Fehleinschätzungen kann ich nur mit Überarbeitung erklären.

Fassen wir zusammen … Die Tagesklink Freising kann ich aktuell nicht mehr empfehlen, wenn ihr psychische Probleme habt geht gleich nach Taufkirchen. Auch dort mag nicht alles Gold sein was glänzt, aber mich bekommen se dort immer wieder gut hin.