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Allgemein Geschichte

Wie war denn das? / Teil 03

Das Hochgefühl, welches gefühlt alle in Berlin hatten als die Mauer viel lässt sich schwer beschreiben. Obwohl Busse, S- und U-Bahnen massiv überfüllt waren, waren die Menschen glücklich! Ich persönlich machte direkt nach Mauerfall rüber in den Osten zu meiner Tante und meinem Cousin, und gab mir drei Wochen Ost-Berlin. Ich habe also „den Osten“ noch direkt mitgemacht. Auch vor der Wende war ich häufiger in Magdeburg, dort lebte ebenfalls eine Tante und auch meine Ur-Großmutter.

Aber zurück nach Berlin, mit 16 begann ich meine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel bei der Karstadt AG … Wilmersdorfer Str. in Charlottenburg. Wir haben teilweise die Ware von der Palette runter verkauft, so krass war die Nachfrage nach dem Amiga 500 und sogar noch nach dem C64 … Comodore sześćdziesiąt cztery … werde ich mein Leben lang nicht vergessen :D.

Durch meine Ausbildung bei Karstadt lernte ich auch eine etwas zwielichtige Gestallt kennen, der., nachdem er zwei Wochen vorher einen PC gekauft hatte, nachfragte, ob ich ihm das „mit dem Computer“ erklären könnte … ich willigte ein, zehn DM Stundenlohn schien mir angemessen. Das erste mal in seiner Wohnung war ich recht fasziniert von den vielen Pokalen in seiner Vitrine, und es stellte sich heraus, dass er zweimaliger Europameister im ATK war … heute nennt sich da MMA, und ich fragte nach, ob er eine Gruppe trainiert …. tat er, somit waren die 10 DM vom Tisch, aber ich hatte dreimal die Woche echt gutes Kampfsport/Kampfkunst Training.

Auf der anderen Seite entwickelte ich mich zum Partygänger, da mein bester Freund anfing, professionell DJ zu machen. Das bekam er auch hin, und wurde später bei Baracuda-Records unter Vertrag genommen. So hatte ich das Vergnügen öfter mal Plattentaschen in den Tresor, Bunke, T-Base usw. zu schleppen … damals war Auflegen halt echt noch mit körperlicher Arbeit verbunden :D.

Dummerweise fing ich durch die Kontakte in den Clubs dann auch an Drogen zu verschieben und zu handeln. Das endete damit das mich meine Mutter rausschmiss, weil irgend so nen Hansel bei mir daheim anrief, und Koks verlangte … natürlich kümmerte ich mich nicht um eine Wohnung, und nachdem ich rausgeschmissen wurde und ein halbes Jahr bei verschiedenen Freunden und Bekannten untergekommen war, lebte ich auf der Straße … aber davon mehr im nächsten Teil.