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Es war einmal ein Coroni

… der versetze die ganze Menschheit in Angst und Schrecken.

Coroni war sehr klein, so klein, dass man ihn mit bloßem Auge gar nicht sehen konnte. Dafür war Coroni aber extrem stark. Es gab ganz ganz viele von ihnen.

Und immer wenn Coroni von einem Menschen zum anderen Menschen weiterging, wurden sie immer mehr.

Das versetzte die Königin derart in Angst, dass sie ihren Untertanen verbot das Haus zu verlassen. Auch verbot sie fast allen Alchemisten über Coroni auch nur zu sprechen. Nur ihre Hofalchemisten durften sich zu Coroni äußern, und das taten sie dann jeden Tag.

Jeden Tag musste ein Marktschreier auf dem Marktplatz die Zahlen verkünden, wie viele Menschen Coroni schon besucht hatten, und wie viele den Besuch von Coroni mit ihrem Dahinscheiden bezahlen mussten.

Coroni war natürlich gar nicht darauf aus, dass die Menschen verstarben, denn damit verringerte sich die Möglichkeit weitere Menschen zu besuchen, aber manchmal übertrieb es Coroni mit ihrer Freude, endlich wieder einen neuen Menschen besucht zu haben.

Die Hofalchemisten nutzt täglich ihren Abakus, um die Zahl der verstorbenen zusammen zu rechnen. Sie vergaßen dabei aber die Zahl der Menschen, bei denen Coroni schon zu Besuch gewesen, und bei denen gar nix schlimmes passiert war wieder abzuziehen.

Die Untertanen der Königin glaubten diesen Zahlen natürlich, schließlich kamen diese von den Hofalchemisten, und die, ja die, da konnte man sich sicher sein, verzählten sich nie!

Aber die anderen Alchemisten, die ja gar nicht über Coroni sprechen durften heckten einen Plan aus. Sie würden einfach Nachts, wenn die Stadwächter ihre Patrouillen machten, Plakate an den Mausern befestigen.

Thomas war einer diese Alchemisten, und von ihm soll diese Geschichte handeln.

In einer dieser Nächte, wo sie zu zweit die Plakate an den Wänden befestigten, Thomas Freund Bastian half ihm dabei, konnten sie so viele Plakate kleben, dass sie gar keine mehr hatten. Daraufhin besorgten Sie sich einfach Farbe und Pinsel, und fingen an, an den Mauern des Königspalastes ihre eigenen Zahlen zu schreiben, und die Forderung, dass auch sie, also die anderen Alchemisten endlich über Coroni reden durften.

Als die Königin am nächsten Tag von den Schmierereien an ihrer Palastmauer aufmerksam gemacht worden war, soll sie einen Tobsuchtsanfall erlitten haben. Rasend vor Zorn befahl sie ihrer Stadtwache, dass nun noch viel mehr Wächter nachts patrouillieren.

Und so kam es natürlich wie es kommen musste. Thomas und Bastian wurden von der Stadtwache bei frischer Tat, also genau in dem Moment, wo sie wieder an die Palastmauer schrieben erwischt.

Zur Verwunderung von Thomas und Bastian wurden sie nicht verhaftet. Nein, die Stadtwächter halfen ihnen sogar, weil sie bei einem Satz einen Buchstaben vergessen hatten.

Und so war natürlich die Königin am nächsten Tag noch wütender, und lies die Stadtmauern dicht machen. Sie befahl auch, alles Papier und Pappe und alle Pinsel und Farbeimer einzusammeln.

Doch auch das funktionierte nicht, weil Thomas und Bastian die Farbeimer sehr gut versteckt hatten. Wenn die Wächter mal in die Nähe der Farbeimer und Pinsel kamen wurde einfach über die Tunnel, die es unter der Stadt gab, die Sachen einfach zu einem Freund von Thomas und Bastian gebracht.

Die Königin wurde immer wütender. Und sie verbat daraufhin alle Musik in ihrer Stadt. Die Musiker wussten nun natürlich gar nicht mehr, wie sie etwas verdienen könnten, um sich etwas zu essen zu kaufen.

Die Musiker wollten sich das nicht gefallen lassen. Nur weil der Palast der Königin bemalt wurde, musste doch nicht die Musik verboten werden. Daher spielten sie ganz laut vor den Palastmauern.

Das macht die Königin noch viel viel wütender, und sie verbat allen, auch nur irgendwas zu machen. Alle mussten zu Hause bleiben, nur wer sich etwas zu Essen kaufen wollte, der durfte auf den Markt, und die Händler, die Gemüse, Fleisch, Fisch, Brot und Butter anboten durften ihre Waren verkaufen. Allen anderen war dies aber untersagt.

Und so kam es, dass sich eines Nachts fast die halbe Stadt vor den Palastmauern versammelte und lautstark protestierte.

Die Königin aber soll daraufhin gesagt haben: „Ja wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie gefälligst Kuchen essen“ …

Coroni aber hatte keine Lust mehr bei den Menschen zu bleiben. Das Wetter wurde nämlich immer besser, denn es war Frühling und Coroni langweilte sich nur noch bei den Menschen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so führten Thomas und Bastian noch ein fröhliches und langes Leben.