Der Weg nach Mekka


Ja, ich habe schon zwei mal berührt. Das erste mal mit 12, dass zweite mal mit 16.

Dank Iman Özgür und seiner Eltern war ich vier mal in der Türkei und Umgebung. Durch meinen Wechsel vom Waldschulgymnasium auf die Friedensburg-Oberschule Berlin, Ernst-Reuter-Platz fand ich mich in einer Klasse mit 80% Ausländeranteil wieder. Man bekam eine 1 in Deutsch, wenn man einen geraden deutschen Satz bilden konnte.

Dafür lernte ich Türkisch und Arabisch, japanisch und ein bisschen afrikanische Sprachen. Vor allem lernte ich aber andere Kulturen, deren Musik und Speisen schätzen. Als Berliner hat man eben den Vorteil, dass die ganze Welt zu einem kommt, und wenn man bereit ist zu lernen, einem diese Welt dann zu Füßen liegt.

Daher kommt vermutlich die von anderen Deutschen gefühlte Arroganz der Berliner. Ist es aber ein „echter“ Berliner, so wird er sein Leben lang mit folgender Einstellung durchs Leben laufen:
– Jeder Mensch ist gleich viel Wert, unabhängig seines Alters, seines sozialen Status oder Bildungsgrad.
– Integration ist immer ein zweischneidiges Schwert. Wer möchte das sich jemand „integriert“ der sollte eben auch bereit sein zu lernen und zuzuhören.
– Älteren Menschen sollte man immer zuhören. Vor allem sollte man ihnen mit Respekt begegnen. Und das beginnt eben damit, die Augen offen zu halten, und im Bedarfsfall aufzustehen im Bus/U-Bahn/S-Bahn und den Sitzplatz anzubieten. Selbst wenn man einen Schwerbeschädigten-Ausweis 50% hat, der mich berechtigen würde sitzen zu bleiben auf den Sondersitzflächen… ich habe den Ausweis wegen meiner Probleme mit der Psyche. Ich habe immer noch zwei gesunde Beine. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, würde ich sitzen bleiben!

Ein Berliner ist immer auch ein Gentleman. Egal ob er aufgewachsen ist im Arbeiterviertel Weddings/Neuköln/Kreuzberg, oder in den Villenvierteln Charlottenburgs/Grunewald. Geschichte verpflichtet eben. Und der Berliner kennt eben auch die „Roaring 20/30“, die „goldenen Jahre“.

Der Berliner lernt vermutlich öfter das Aufstehen. Hinfallen kann man so oft man will. Wichtig in diesem Zusammenhang ist nur, dass man immer einmal mehr Aufsteht als man hinfällt. Die Berliner Kommunikation ist geprägt vom „Kurzdeutschen“. Eine Sprachwissenschaftlerin hat darüber sogar ihre Doktorarbeit geschrieben UND! hat dies der breiten Masse sogar extrem unterhaltsam präsentiert! 😉
https://www.youtube.com/watch?v=GBVxDy2wx-g

Natürlich bin ich getauft. Das habe ich mit 13 Jahren selbst entschieden. Meine Mutter wollte mich nicht taufen lassen. Unter anderem wegen solchen Entscheidungen führten meine Großeltern mütterlicher Seits einen Sorgerechtsstreit um mich. Der hatte allerdings nur zur Folge das ich 1 1/2 Jahre lang die Großeltern nur sporadisch sehen konnte. Da das auch zur Folge hatte, dass ich meine Schäferhündin nicht mehr so oft sehen konnte legten die Großeltern den Streit endlich bei.

Ja, ich bin in Berlin-Neuköln geboren (Urban-Krankenhaus). Ich war wohl schon bei Geburt extrem anstrengend. Ich glaube 36 Stunden Wehen, 3,6 KG und ziemlich groß plumpste ich dann aus meiner 1,65 Meter großen Mutter … Papa ist 2,03 Meter, Schuhgröße 52/53.

Papa hatte mit Kirche gar nichts am Hut. Mama überzeugte evangelische Christin, und meine Großeltern mütterlicherseits eben auch. Die konnten nicht verstehen, warum meine Mutter mir diese Entscheidung, also die Entscheidung welcher Religionszugehörigkeit ich angehören möchte mir überließ. Aufgrund meiner neuen Freunde in der Schule war ich sogar versucht direkt zum Islam überzutreten, entschied mich aber Aufgrund der Prägung, weil ich z.b in einen evangelischen Kindergarten gegangen war (https://www.dasoertliche.de/Themen/Ev-Kirche-in-Charlottenburg-Kindernetz-Kitaberatung-Berlin-Westend-Knobelsdorffstr#det_mapanchor) dann aber doch Christ zu werden.

Das haben sogar alle Schüler, aller Religionen in meiner Klasse und auch an der ganzen Schule respektiert. DA! war ich sehr erstaunt. Ich war halt auch als Kind schon sehr anstrengend, „Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm“ (https://www.youtube.com/watch?v=uPHi5xn_q5c) nahm ich sehr ernst, und naja „dumm“ wollte ich nun auf gar keinen Fall sein. Ich war wohl ein extrem nerviges Kind, und nur mein Großvater „Ewald Stach“ konnte damit gut umgehen. Er konnte ja, wenn es ihm zu anstrengend wurde einfach sagen: „Oh, dass weiß ich auch nicht, wir können ja aber mal Senta fragen“. Das war eben meine deutsche Schäferhündin, die natürlich Opa „gehörte“. Das interessierte die Hündin aber nur insofern das sie eben Opa akzeptierte. Mich liebte dieser Hund. Für mich wäre dieser Hund durch das brennende Feuer gerannt um mich zu retten. Und das wusste ich in dem Moment wo ich 0 Tage alt war. Eben schon im Bauch meiner Mutter mit -3 Monaten. Und Senta blieb nicht das einzige Tier das mich liebte.

Dieser Hund liebte natürlich auch „das Rudel“. Und das Rudel, dass waren wir eben alle, selbst mein Bruder der leider als junger Mensch Freude daran fand, andere Lebewesen zu quälen. Ich blieb davon verschont, war für mich war mein Bruder mein ein und alles. Mich konnte man versuchen zu beleidigen. Was kümmert es aber einen Halbgott, wenn irgendein Mensch ohne Ehre „irgendwas“ sagt. Beleidigte man aber meinen Bruder habe ich fünf Jahre ältere Menschen das Fürchten gelehrt. Nichts anderes triggerte mich so. Mama? Papa? Der Fakt das ich Scheidungskind war, und mein Vater mich angeblich nicht liebte? Pffff… da war ich drüber weg, seit ich acht Jahre alt war. Aber meinen Bruder beleidigen? Der neben mir Stand? Vergiss es. Du bist tot!

Das bekamen dann auch Mitschüler mit, die der Meinung waren, dass wir Deutschen mit Ehre und Respekt nichts zu tun haben :D. Oh ja, tatsächlich. Natürlich waren Imans Lektionen im Shotokan-Karate hilfreich. Und auch der Fakt das ich ab meinen 14ten Lebensjahr bei der Schülerzeitung mitmachte. Da hatte ich einen wahnsinnig guten Lehrer, meinen Englisch-Lehrer, der vor Lehramt Volontair beim Tagesspiegel war. So richtig das Eis bei den Jungs brach aber eine Kassette, die ich Aufgrund alter Tonband-Aufnahmen erstellen konnte, auf denen der zweite Mann meiner Mutter zu hören war. Der war nämlich freier Mitarbeiter beim RIAS 2. Sportkommentator Fußball. Zweite und dritte Bundesliga. Ja, ich konnte meinen zweiten Vater am Wochenende aus dem Radio, live! hören. Oder ich war mit in der Sprecherkabine im Stadion. Lernte Trainer und Spieler der Vereine kennen! Die mochten mich auch. Und durch meine Arbeit in der Schülerzeitung konnte ich „sowas“, also der rasende Reporter, eben endlich selbst.
https://www.youtube.com/watch?v=nh2kYIt8M0Q

Ja, genau. Dieser Sketch drehte die Wahrnehmung aller Schüler was mich betraf komplett. Als ich meine Millionen Legionen zu Hilfe rief (https://www.youtube.com/watch?v=V5gDKGPrEMI), und eben auch nach deren Lehren handelte, kamen meine Mitschüler zu mir, um mir Geschichten und Neuigkeiten zu erzählen. Konnten sie sich doch sicher sein, dass ich kein Klatsch/Tratsch publizieren würde. Und meine Helden sind eben:
Bud Spencer
Bruce Lee
Muhamed Ali
Michael Ende
Hans Klarin
Harald Juhnke
E.T
David Bowie
Elvis
Tina Turner
John Fogerty
Chuck Berry
Jerry Lewis
Dick und Doof
Charlie Chaplin
Freddy Mercury
John Lennon
Angus Jung
Astrid Lindgrin
usw. usw. usw.

Und ich durfte eben dann auch die Superhelden und alle großen Meister meiner Mitschüler kennen lernen. Endlich sprachen wir über wichtige Dinge! Warum war fliegen besser als Hitzestrahl? War es gut, dass es Superkräfte gab? Stellte sich damit nicht ein Mensch über einen anderen? Es sollte nur eine Superkraft geben: Intelligenz! Das schafften wir GEMEINSAM! Ab dem Moment war RUHE im Unterricht. Die Lehrer wussten gar nicht mehr wie ihnen geschah. Und nicht der Klassensprecher hielt den Flohzirkus zusammen. Nein. Die ganze Klasse wollte LERNEN! Wir bekamen als Belohnung z.b „Das Leben des Brian“ im Religionsunterricht zu sehen. Selbst der schlimmste Lehrer, unser Geschichtslehrer, durfte endlich seinen Stoff unterrichten und fragte uns dann, was uns aktuell interessiert. Leider waren dies nur meine letzten beiden Schuljahre. Aber so habe ich das erlebt. Also Club der toten Dichter nicht durch einen Lehrer, sondern weil WIR! das so wollten.

Nun habe ich 48 Jahre lang christlich/deutsch gelebt. Antworten scheint die Kirche nicht mehr für mich zu haben. Ja, wenn ich nach den Lehren von Jesus lebe, lebe ich in Deutschland sehr gut. Aber ich will sehr gut in der Welt leben. Aber eben nicht alleine wie Mücke, sondern gemeinsam mit meiner zukünftigen Frau und vielen, ja SEHR VIELEN Kindern. Deswegen bin ich gestern zum Islam übergetreten. Nun muss ich meine Beschneidung planen. Wird vermutlich so spannend wie meine Taufe :D. „Ungeschicktes Fleisch muss ab“. Ok, Mama, mach ich dann mal.